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Im Fokus – Architekten und Designer

Heute: Tatjana von Griesheim

Es ist Sommer. Viele zieht es nun in mediterrane Gefilde. Inspirationen – auch für den heimischen Garten – finden Landschafts- und Gartenlieber in ihrem südländischen Feriendomizil mit Sicherheit zu Hauf. Zum Beispiel im wildromantischen Garten des Hotels „Castell Son Claret“ auf Mallorca. Zugegeben, hier ist die höhere Preisklasse zu Hause. Doch Inspiration ist unabhängig vom Budget. Sie regt die Phantasie an und trachtet nach eigener Interpretation.

Hinter dem prachtvollen mediterranen Garten steckt die renommierte Landschaftsar-chitektin Tatjana von Griesheim, die den Auftakt zu unserer neuen Serie „Im Fokus – Architekten und Designer“ macht.


„In einem Garten ging das Paradies verloren, in einem Garten bekommen wir es wieder.“ (Tatjana von Griesheim)

Tatjana von Griesheim ist mittlerweile eine der berühmtesten Inselbewohnerinnen: Seit 2011 lebt die Landschaftsarchitektin auf der Baleareninsel, die in vielen Projekten ihre Handschrift trägt. 2007 hat sie mit dem „Master de Análisis de Paisaje“ ihr Studium an der Balearen-Universität abgeschlossen. Doch festgelegt auf ein Grundprinzip ist die Architektin, die in Madrid und auf den Balearen arbeitet, nicht. “Working in different cultural environments with various professional teams has given me the possibility of experimenting with a vast array of materials and plants“, schreibt sie auf ihrer Webseite. Der Umweltaspekt steht dabei ebenso im Fokus ihres Schaffens wie die Integration einer zu gestaltenden Landschaft in das Gesamtkonstrukt aus Interior Design und der Architektur der umgebenden Gebäude.

Schon während ihres Studiums in Belgrad (Serbien) führte sie die Arbeit an einer inter-nationalen Studie zum Zustand der Umwelt in Beirut 1996 in die libanesische Haupt-stadt. 1998 folgten Aufenthalte in Zimbabwe (Sambia), wo sie als Teil ihrer Diplomarbeit ‘National Parks of North and South Rodhesia’ die Flora der Nationalparks dokumentierte und nach erfolgreichem Studienabschluss (Bachelor of Science) auf den afrikanischen Kontinent zurückkehrte, um für zwei Jahre verschiedene Landschaftsprojekte zu leiten. Seit 2001 arbeitet sie in Spanien nicht nur an privaten Projekten: Auch der kommerzielle und urbane Landschaftsbau zeichnet ihre Arbeit aus. So zum Beispiel ihren Vorschlag für die ökologische Entwicklung und Revitalisierung der Abfallentsorgungszone Son Reus im Randgebiet von Palma de Mallorca. Den klassischen englischen Rasen wird man hier übrigens vergeblich suchen, schließlich ist das beliebte Grün der Wasserkiller Nummer eins und damit untragbar für die maß- wie respektvolle Gestaltung balearischer Landschaften und Gärten. Zumindest, wenn es nach Tatjana von Griesheim geht.
 
Mediterran inspiriert: Der perfekte moderne Garten

Tatjana von Griesheim arbeitet nach einer klaren Philosophie: ein moderner Garten folgt der Gestaltung von Haus und Grundstück. Es geht also um den roten Faden, wie im Castell Son Claret. Das Gebäude stammt aus dem 16. Jahrhundert, also musste auch der Garten romantisch gestaltet werden. Mit einer Pflanzenauswahl, die das Konzept trägt. „Ich persönlich belasse die Pflanze gern wie sie ist, ohne dass sie in eine bestimmte Form geschnitten wird“, erklärt sie gegenüber dem Mallorca Magazin und verrät auch gleich ihre Idee eines modern gestalteten Gartens: Im Prinzip kann jede Pflanzenart zum Einsatz kommen. „Ich pflege immer nur höchstens vier Arten von Sträuchern oder immergrünen Pflanzen und zwei, drei Baumarten einzusetzen, damit der Garten minimalistisch wird. Danach kann man mit der Landschaftsgestaltung wie dem Wegenetz und der Dekoration spielen. So entsteht ein modern gestalteter Garten.“

Doch wie sieht er denn nun aus, der mediterrane Garten à la Tatjana von Griesheim? „Die meisten Leute denken an Rosmarin und Lavendel, dabei ist Lavendel eine sehr komplizierte Pflanze, die oft einfach nicht gedeihen will.“ Für die Landschaftsarchitektin zeichnet sich ein mediterraner Garten deshalb aus Pflanzen aus, die aufgrund der Bo-denverhältnis gut wachsen, mit wenig Wasser auskommen und eher pflegeleicht sind. Autochthone, sprich indigene Pflanzen dürfen dabei nicht fehlen: Wilde Pistazie, Oliven-baum, Steineiche. Rosmarin, Oliven- und Johannisbrotbäume lassen sich auf Mallorca gut in einen modernen mediterranen Garten integrieren. Da der mediterrane Garten im Vergleich zu einem kontinentalen Garten langweilig wirken kann – immerhin gibt es keine Jahreszeiten, in denen sich der Garten (ver-)wandeln kann, schreibt von Griesheim der Formengestaltung eine besonders wichtige Rolle zu.

 

Bildquelle: Fotolia/Laura Passavanti

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