Unerwünschte Vegetation auf Wegen und Plätzen beseitigen

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Dagegen ist ein Kraut gewachsen!

Die neue Unkrautmanagement-Serie.
Heute: Wie man gegen Unkraut auf Straßen und Plätzen vorgeht

Kaum etwas steigert die Lebensqualität in Städten so sehr, wie begrünte Straßen und Plätze. So weit, so schön. Wenn da nicht das unerwünschte Grün, sprich Unkraut, wäre. Kommunen und gewerbliche Grundeigentümer kommen ohne ein professionelles Unkrautmanagement nicht aus. Denn spätestens seit die chemische Unkrautbekämpfung auf Straßen, Wegen und Plätzen streng reglementiert ist, sind Alternativen gefragt. Und die wiederum sind alternativlos, um die Bausubstanz nicht zu gefährden und die Verkehrssicherheit zu gewährleisten.

Unerwünschte Vegetation auf Wegen und Plätzen beseitigen

Man kennt das Bild der verwahrlost scheinenden Industrieanlage, von überwucherten Gleisanlagen und Rollfeldern. Das Problem liegt allerdings tiefer und betrifft jede gepflasterte Fläche, wassergebundene Decken und befestigte Flächen generell: Pflanzenbewuchs. Genauer: Unerwünschter Pflanzenbewuchs. Denn die gängigsten Unruhestifter unter der sogenannten Fugen- und Ritzenvegetation wie die Einjährige Rispe, Wegerich, Löwenzahn und kriechende Knötericharten führen nicht selten zu Verkehrssicherheitsproblemen. Auch die Bausubstanz nimmt Schaden, wenn Sämlinge von Weide, Birke und Esche in Fugen von Mauerwerk und am Gebäudesockel wurzeln. Am Ende bleibt Verantwortlichen nur die Frage, ob der natürliche Bewuchs im Rahmen der Biodiversität tolerabel ist, denn tatsächlich ist eine Unkrautbeseitigung in wirklichen Problembereichen ausreichend. Fällt die Antwort jedoch negativ aus gilt es, das Problem bei der Wurzel zu packen.

Drei Verfahren zur Unkrautbeseitigung

Chemische Verfahren (speziell Herbizide) zur Pflanzenbekämpfung stehen mittlerweile auf dem Index und dürfen nur nach Genehmigung beziehungsweise im Rahmen des ‚integrierten Pflanzenschutzes’ durchgeführt werden. Biologische Methoden sind zwar wünschenswert, jedoch noch nicht wirksam und geeignet. Der Vortritt wird also physikalischen, nicht chemischen Methoden gelassen, die ohne Auflagen eingesetzt werden können. Erst wenn mechanische und thermische Methoden zur Vegetationsbeseitigung keine Wurzeln schlagen, kann über den Einsatz von Herbiziden entschieden werden.

"4. Nachhaltigen biologischen, physikalischen und anderen nicht chemischen Methoden ist der Vorzug vor chemischen Methoden zu geben, wenn sich mit ihnen ein zufriedenstellendes Ergebnis bei der Bekämpfung von Schädlingen erzielen lässt." (Quelle: Pflanzenschutzgesetz, Anhang III der Richtlinie 2009/128/EG)

1. Die chemisch mechanische Vegetationsbeseitigung auf Wegen und Plätzen

Im Fall der maschinellen mechanischen Unkrautbeseitigung kommen Geräte mit rotierenden oder pendelnden Bürsten zum Einsatz. Eine wirksame Methode zur Beseitigung kleiner, nicht zu stark eingewurzelter Pflanzen aus Pflasterbelägen. Wurzelkräutern und Gehölzsämlingen wird man mit dieser mechanischen Methode allerdings nicht Herr, da sie lediglich oberflächlich abgerissen werden. Für Plätze und Wege mit wassergebunden Decken eignen sich Geräte mit gezogenen oder rotierenden Werkzeugen, die nach dem Prinzip des Eggen und Walzens arbeiten.

2. Die thermische Vegetationsbeseitigung auf Wegen und Plätzen

Bei der thermischen Unkrautbekämpfung spielt Hitze die Hauptrolle: Durch die Verbrennung von Gas und Öl wird Hitze entweder direkt als Gasgemisch (Verbrennungsgas und Luft) oder aber indirekt über Wärmestrahlung (Infrarotgeräte) eingesetzt, um pflanzliches Gewebe zu zerstören. Der Einsatz von Wasserdampf fällt ebenfalls in die Kategorie der thermischen Unkrautbekämpfung. Doch auch hier gilt: Man agiert an der Oberfläche. Eine Tiefenwirkung wird nicht erzielt, Samen bleiben erhalten, Pflanzen treiben schnell wieder aus. Deshalb sind beim thermischen Verfahren wiederholte Einsätze notwendig, bis der neue Unkrautaufwuchs abgetötet ist.Die geringe Flächenleistung und hohe Energiekosten machen die thermische Variante der Unkrautbekämpfung allerdings zu einer sehr kostenintensiven Maßnahme.

3. Die chemische Vegetationsbeseitigung auf Wegen und Plätzen

Herbizide sind umstritten, doch angesichts hoher Kosten für mechanische und thermische Lösungen zur Unkrautregulierung sowie in Hinblick auf die Ausgangslage (Fläche; Pflanzenarten) mitunter alternativlos. Ihr Einsatz funktioniert jedoch nur nach genauer Prüfung und sogenannter Einzelfallgenehmigung (s. §12 Absatz 2 Satz 3 des Pflanzenschutzgesetzes) und wird ausschließlich professionellen Anwendern erteilt, die einen entsprechenden Sachkundenachweis vorlegen können. Auch dann dürfen nur Herbizide eingesetzt werden, die von der deutschen Zulassungsbehörde (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) für diesen Zweck zugelassen oder genehmigt sind. Eine Auswahl zugelassener Herbizide, für die eine Einzelfall-Genehmigung zur Verwendung auf Plätzen und Wegen erteilt werden kann, ist hier zu finden.

Ist die alternative Unkrautbekämpfung auf Wegen und Plätzen zulässig?

Streusalz, Essigsäure, Steinreiniger und andere Unkrautvernichter werden immer wieder als Alternative zu den drei genannten Verfahren angeführt. Sie können zwar Unkraut abtöten, fallen aber unter die Kategorie nicht geprüfter chemischer Substanzen, die zwar dem Unkraut den Gar aus machen, aber eben auch Pflastermaterialien beschädigen und den Naturhaushalt stören. Grund genug, ihren Einsatz zur Unkrautbekämpfung auf sogenanntem Nichtkulturland zu verbieten.

Gelungenes Unkrautmanagement – der Terralis-Buch-Tipp:

Dr. Arnd Verschwele, international anerkannter Experte auf dem Gebiet des Wildkrautmanagements auf befestigten Flächen, ist Herausgeber des neuen Fachbuchs‚ Unkrautmanagement auf Wegen und Plätzen. Die Orientierungs-, Planungs- und Entscheidungshilfe für Praktiker richtet sich gezielt an Kommunen, Straßenbauämter, Bahnbetreiber, gewerbliche und private Grundeigentümer sowie Dienstleister. Behandelt werden die Biologie der Wildkräuter, die gesetzlichen Vorgaben, die vorbeugenden konstruktiven Maßnahmen bei der Anlage von befestigten Flächen und die möglichen mechanischen, thermischen und chemischen Bekämpfungsverfahren. Auch wird darauf eingegangen, wie die Maßnahmen in ein Pflegekonzept integriert werden können.

Bildquelle: Fotolia

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