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Gartenmonat Mai: Obstzeit ist Pilzzeit

Wie Sie Obst im Frühjahr vor Schädlingen und Pilzen schützen

Der April macht, was er will – Gärtner und Pflanzenliebhaber haben bei diesem Wechselbad der Wetterphänomene ihre liebe Not. Selbst im Mai ist noch immer mit allem zu rechnen. Schuld daran sind Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und die kalte Sophie. Sprich die ungeliebten Eisheiligen, die noch einmal besonderen Schutz für den Frühlingsgarten erfordern. Sind sie überstanden, sind auch die Nachtfröste überstanden. Und das bedeutet, dass endlich auch die frostempfindlichen Kübelpflanzen, Sommerblumen und Gemüse ins Freie dürfen. Obstbäume wiederum benötigen jetzt besonderen Schutz, denn nach dem Winter wollen auch die Schädlinge in eine neue Saison starten.

Der Obstgarten im Mai bringt Maden und Pilze: Was tun, wenn Kirschen, Pflaumen und Birnen befallen sind?

So können Sie Kirschen vor Maden schützen

Kirschen werden häufig von den Larven der Kirschfruchtfliege heimgesucht: Von der Gelbfärbung der Kirschen angelockt legen sie ihre Eier auf der Kirsche ab, die Larven verkriechen sich ins Innere. Betroffen sind vor allem mittlere bis spätere Sorten. Das ist besonders ärgerlich, zumal man kaum gegen die Maden ankommt. Ein möglicher Schutz sind sogenannte beleimte Gelbtafeln, deren Färbung die Fliegen von den Früchten ablenken soll: Setzen sie sich auf die gelbe Falle, kleben sie fest.

Die Kirschfliegenfallen hängen Sie am besten direkt dann auf, wenn sich die Kirschen gelb färben. Damit die Fliegen auch wirklich von den Kirschen weggelockt werden, platzieren Sie die Fallen bestenfalls in einem benachbarten Baum, der südlich neben dem Kirschbaum steht. Alternativ können Sie die Fallen in den südlichen Bereich des Kirschbaumes hängen. Mehr können Sie im Prinzip nicht tun – nun heißt es abwarten und Daumen drücken.

Pflaumen vor närrischen Sporen schützen

Es ist zum Verrückt-werden: Tragen die Pflaumen ihre ersten Blüten, sind sie besonders sensibel. Das betrifft vor allem die zarten Fruchtknoten in den Blüten. Kommt dann regnerisches und kühles Wetter hinzu, können diese von der Narren- oder Taschenkrankheit, eine Pilzinfektion, befallen werden. Das hat zur Folge, dass sich die infizierten Früchte im Mai überdurchschnittlich schnell entwickeln. Anders gesagt: Sie schießen regelrecht in die Länge, entwickeln keinen Kern und sind leider geschmack- und damit nutzlos. Davon abgesehen sind sie hoch infektiös: Die Pilzsporen überleben in winzigen Sporenbehältern (nur als Belag sichtbar) an Knospenschuppen und Trieben. Von dort aus infizieren sie im Folgejahr die neuen Fruchtknoten.

Umso wichtiger ist es, dass Sie versuchen, diesen Kreislauf zu unterbinden. Dafür bieten sich verschiedene Möglichkeiten an, die sich mal mehr, mal weniger wirkungsvoll sind:

  • Die Früchte, sobald sie ein anormales Wachstum zeigen, schnellstmöglich auspflücken
  • Abgefallene Früchte auflesen und entsorgen
  • Ein fachgerechter Baumschnitt ist eine Präventivmaßnahme, um den Baum besser zu belüften
  • Vor dem Austrieb, sprich bevor sich die Knospenschuppen heben, mit Knoblauchbrühe, Schachtelhalmbrühe oder Rainfarnbrühe besprühen
  • Bei Neupflanzungen die robusteren Sorten wählen wie ‚President’, ‚Bühler Frühzwetschge’ oder ‚Wangenheims Frühzwetschge’
  • Kleine Kübelsorten gut vor Regen schützen und so dem Pilzbefall vorbeugen. Immer nur den Wurzelbereich gießen, nie die Krone!

Birnen vor dem Birnengitterrost schützen

Birnengitterrost ist keine Rankhilfe, sondern eine Pilzkrankheit, die sich in den letzten Jahren bedenklich ausbreitet. Die Pilze überwintern auf unterschiedlichen Wacholderarten, von wo aus sie nach den letzten Nachtfrösten ihre Sporen verteilen. Und die können beachtliche Strecken von bis zu 500 Metern zurücklegen! Ob Ihr Birnenbaum davon betroffen ist, erkennen Sie ab Mai/ Juni an gelbroten Flecken auf der Blattoberseite, im Sommer kommen auf der Blattunterseite warzenähnliche Auswüchse hinzu. Der erkrankte Wacholder wiederum ist im Frühling an seinen verdickten Trieben mit gelatineartigen orangefarbigen Polstern zu erkennen.

Immerhin: Anders als bei den Pflaumen wirkt sich hier ein Pilzbefall, solange dieser nicht zu heftig ausfällt, kaum auf die Ernte aus. Grundsätzlich sollten Sie darauf achten, dass Birnen und Wacholder nie in räumlicher Nähe zueinander gepflanzt werden und dass Sie die erkrankten Pflanzteile des Wacholders entfernen.

Ran an die Tomaten: Noch ein paar Tipps für gesunde Früchte

Nach den Eisheiligen dürfen endlich auch die frostempfindlichen, wärmeliebenden Gemüsesorten an die frische Frühlingsluft. Doch auch hier drohen aufgrund gestiegener Niederschläge bei Temperaturen zwischen 12 und 20° Celsius – optimale Keimbedingungen – Pilzkrankheiten. Gerade Tomaten mussten in den vergangenen Saisons einiges einstecken, die Kraut- und Braunfäule der Tomate hat so mancher Freilandtomaten den Garaus gemacht. Erkennbar ist eine Pilzinfektion an dunklen Flecken, die sich zunächst an Blättern, Trieben und Früchten ausbreiten, um dann die gesamte Pflanze sprichwörtlich in die Knie zu zwingen: Befallene Tomatenpflanzen brechen sprichwörtlich zusammen. Die erkrankten Früchte wiederum sind ungenießbar.

Tipps, was Sie gegen Kraut- und Braunfäule tun können (vorbeugend und reaktiv):

  • Tritt die Infektion im Kleingewächshaus auf, obwohl nicht über die Pflanzen bewässert wird, ist die Luftfeuchtigkeit zu hoch. Vermeiden Sie Taubildung, sorgen Sie für luftige Pflanzabstände, reichliches Lüften und gießen Sie nur den Wurzelbereich
  • Regendach, Folienüberspannung oder hochgestellte Frühbeetfenster: Sorgen Sie dafür, dass Freilandtomaten immer überdacht und so vor Regen geschützt sind
  • Pflanzen Sie Tomaten immer an einem offenen, sonnigen Standort
  • Vermeiden Sie es, Tomaten in der Nähe von Kartoffeln zu pflanzen, da der Pilz in den Kartoffelknollen überwintert
  • Entsorgen Sie befallenen Kartoffel- und Tomatenpflanzen nie auf dem Kompost, da die Sporen auch hier überwintern können
  • Halten Sie die Fruchtfolge bei Tomaten ein: Den Standort wechseln, frühestens nach drei bis vier Jahren wieder am alten Standort pflanzen – alternativ Erde austauschen
  • Desinfizieren Sie Tomatenstände, Gartenwerkzeuge und sonstige Pflanzhilfen oder ersetzen Sie diese durch neues Material
  • Entfernen Sie die unteren Blätter regelmäßig und gießen Sie nur den Wurzelbereich

Natürlich wünscht sich niemand kranke Pflanzen. Doch Infektionen und Schädlingsbefall kommen vor, das ist Natur. Behalten Sie Ihre Schützlinge daher gut im Auge, sorgen Sie bestmöglich vor und erfreuen Sie sich an Ihrem lebendigen Frühlingsgarten.

Bildquelle: Adobe Stock

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