Die Pritzker-Preis-Träger 2017

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Heute: Die Pritzker-Preis-Träger 2017

Ja, es gibt so etwas wie einen Nobelpreis für Architektur. Der jährlich verliehene Pritzker-Preis gilt als weltweit wichtigste Architekten-Ehrung. Dieses Jahr ging die mit 100.000 Dollar dotierte Auszeichnung erstmals überraschenderweise direkt an drei Architekten: Das katalanische Architekten-Trio Rafael Aranda, Carme Pigem und Ramon Vilalta vom Architekturbüro RCR in Olot. Als Grund für ihre Entscheidung führt die neunköpfige Jury die intensive und gemeinschaftliche Art der Zusammenarbeit an.Gleichzeitig würdigte sie die herausragende Fähigkeit der drei Katalanen, ihre Bau-werke in die jeweilige Landschaft einzupassen und dabei gleichzeitig absolut passende Bezüge zu Ort und Zeit herzustellen sowie die Fähigkeit, lokale und internationale Werte mit ihren Bauten zu vermitteln. Ausschlaggebend für die Entscheidung war auch, dass die Werke des Trios keine einzelne Handschrift erkennen lassen, sondern das kooperative Werk eines Prozesses aus Zuhören, Zusehen und Sich-Einbringen sind.

Werdegang

Zusammengefunden haben Rafael Aranda Quiles (* 1961), Carme Pigem Barceló (* 1962) sowie Ramón Vilalta Pujol (* 1960) bereits während ihrer Ausbildung, 1987 schlossen alle drei Architekten ihr Architekturstudium an der Escola Tècnica Superior d’Arquitectura del Vallès (ETSAV) erfolgreich ab. Bereist ein Jahr später gründeten sie ihr bis heute im katalanischen Künstlerort Olot ansässiges Büro RCR Arquitectes. 25 Jahre später haben die Architekten außerdem die private Stiftung RCR Bunka ins Leben gerufen mit dem Ziel, ein möglichst breit aufgestelltes Netzwerk, zu dem jede und jeder eingeladen ist, zu bilden und Architektur, Landschaftsgestaltung, Kunst und Kultur über alle gesellschaftlichen Schichten hinweg zu fördern.

Werke

Ein Markenzeichen ihres Schaffens ist die Einbindung der Landschaft in ihre Bauten, für die das Trio vor allem moderne Materialien wie Glas, Plastik und Recyclingstahl verwendet.Gemeinsam schafften sie "emotionale und auf Erfahrung beruhende" Bauten, sagte Stiftungs-Präsident und Vorsitzender der Hyatt-Foundation Tom Pritzker zur Entscheidung der Jury. Die drei zeigten, dass die Menschen auch in einer zunehmend globalisierten Welt heimatliche Werte, Kunst und Bräuche finden könnten und "zumindest in der Architektur" der Spagat zwischen Weltoffenheit und Heimatverbundenheit möglich sei. Vor diesem Hintergrund habe das Trio "dem Ruf der Metropole widerstanden, um eng mit ihren Wurzeln verbunden zu bleiben".

Das architektonische Werk von RCR umfasst die Bereiche Kultur (Museen, Bibliotheken), Bildung und Erziehung (Kindergärten, Schulen, Universitätsbauten), Sport (Leichtathletikstadion), Hotellerie und Gastronomie, Wohnungsbau sowie Park- und Landschaftsgestaltung. Die berühmtesten Bauten wie das Sportstadion Tussols-Basil von Olot, die Bibliothek Joan Oliver in Barcelona-Sant Antoni (2007), das Weingut Bell–Lloc in Palamós (2007), der Kindergarten El Petit Comte in Besalú (2010) und das Theater La Lira in Ripoll (2011) stehen in der Heimatregion der Architekten. Mit ihrem jüngsten Entwurf, der Waalse Krook Mediatheque (2010-2017) im belgischen Gent, sorgten die nicht unumstrittenen RCR-Architekten für Aufsehen.

Quelle:
www.tagesspiegel.de
www.derarchitektbda.de
Wikipedia

Bildquelle:
RCR Arquitectes: Rafael Aranda, Carme Pigem und Ramon Vilalta, Foto: Javier Lorenzo Domínguez

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